Viele interessierte Gäste aus nah und fern nutzten am vergangenen Sonntag die Gelegenheit, einen Blick in den frisch aus dem Dornröschenschlaf erweckten Gustav-Freytag-Park zu werfen.
Die liebevoll gestaltete Ostereiersuche sowie kleine Spiele sorgten für jede Menge Spaß und echte Kurzweil auf dem gesamten Gelände. Auch die Siebleber Heimatstube und die Gustav-Freytag-Gedenkstätte stießen auf großes Interesse und luden zum Entdecken ein.
Ein herzliches Dankeschön an alle Besucher für das großartige Feedback – und natürlich an alle fleißigen Helfer, die in den vergangenen Wochen mit viel Engagement dazu beigetragen haben, den Park aus dem langen Winterschlaf zu holen.
Diese Termine solltet ihr euch vormerken:
• 30. August – Tag der offenen Höfe
• 13. September – Tag des offenen Denkmals
• 28. November – Adventshof in der Guten Schmiede
Und natürlich gilt: Immer wenn das kleine Tor zur Gedenkstätte offen ist, seid ihr herzlich willkommen.
Wir freuen uns auf euch!
Wenn wir nicht gerade als „Geister“ unterwegs sind, engagieren wir uns ebenso mit Herz und Hingabe als Brauchtumsgesellschaft Gotha.
Im Auftrag des City-Managements der Stadt Gotha durften wir gestern für unsere schöne Kernstadt tätig werden und die große Osterkrone für den Buttermarkt binden. Für das uns entgegengebrachte Vertrauen danken wir sehr – ebenso für die Unterstützung durch den Gewerbeverein Gotha sowie das Gartenamt der Stadtverwaltung, die weiteres Material bereitgestellt haben.
Wir hoffen, dass die Händlerinnen und Händler des Buttermarktes ebenso viel Freude an ihrer Osterkrone haben wie wir bei ihrer Gestaltung. Es war uns eine große Freude.
Heute ist Tag-und-Nacht-Gleiche. Ein Einschnitt. Ein Moment, der zwingt, zurückzuschauen, bevor wir wieder nach vorn gehen.
Hinter uns liegt ein Jahr, das Spuren hinterlassen hat. 2025 war laut, fordernd, im Wandel. Viel wurde gesagt, vieles hat sich verschoben. Doch eines bleibt: Das Rad steht nicht still. Es dreht sich. Weiter. Immer weiter.
Zum Winteraustrieb haben wir jene gerufen, die zu uns stehen. Die mit uns gegangen sind, durch gute Stunden und raue Zeiten. Menschen, die nicht nur dabei waren, sondern Teil davon sind.
Gemeinsam haben wir das Feuer neu entfacht.
Wir sind Geister.
Auf ewig. Und immerdar.
So begab es sich, als die ersten Tage des Frühlings zaghaft durch die kahlen Zweige lugten, dass im Gustav-Freytag-Park ein leises Regen und Weben anhob, wie es lange nicht vernommen ward. Spaten stachen, Hände griffen, und Menschen traten in Scharen ein, als rief sie ein heimlicher Ruf aus alter Zeit. Tief aber, wo das Dickicht sich schloss und die Jahre Efeu über den Boden trieb, regte sich etwas, das man längst vergessen glaubte. Der alte Gartenknecht war es, ein Nebelgeist von uraltem Schrot, der aus dem wilden Wuchs hervortrat. Verwundert rieb er sich die Augen und murmelte: „Was ist dies für ein Treiben in meinem alten Parke, der so lange im Schlafe lag?“
Er schlich näher und fragte mit heiserer Stimme, die klang wie raschelndes Laub: „Was suchet ihr hier, ihr vielen Leute?“ Da antworteten sie ihm: „Wir sind gekommen, den Park zu pflegen und ihm seine alte Schönheit wiederzugeben.“ Der Gartenknecht horchte auf, doch wollte er den Worten nicht trauen. „Wohl ein Scherz“, grummelte er leise, und zog sich wieder zurück in sein Versteck. Allein das Werk ging fort. Es wurde geräumt und gerecht, geschnitten und geharkt, und bald klang durch den ganzen Park das ernste Lied der Arbeit. Da erkannte der Alte, dass es den Menschen kein Spiel war, sondern ein ehrliches Mühen.
Also trat er zum zweiten Male hervor, und diesmal nicht leer. In seinen knorrigen Händen trug er wertvolles Gerät, vom Tau der Zeiten unbenetzt. Er stellte sich vor die Menschen und sprach mit fester Stimme: „Ihr, die ihr es ernst meinet mit diesem Orte, euch will ich zur Seite schreiten. Mein Wissen ist alt wie die Wurzeln dieses Landes, und ich kenne jeden Pfad und jeden Stein. Denn ich bin der, den man den Gartenknecht nennt – ein gar alter Nebelgeist. Und auf dass wir unseren Bund besiegeln, habe ich euch zwei junge Bäume gebracht, die wir gemeinsam pflanzen wollen.“
Da freuten sich die Menschen, und zusammen setzten sie eine Rotbuche und eine deutsche Eiche in die Erde. Sie gruben und rechten, sie pflegten und wachten, und nach und nach hob sich der Park aus seinem langen Dornröschenschlafe. Als die Arbeit getan war, traten sie im Kreise zusammen. Ein kühler Hauch zog durch die Zweige, und sie begingen den Winteraustrieb, auf dass der kommende Frühling neues Leben in den Park hauchen werde. Seit jenem Tage besteht der wilde Bund zwischen Menschenhand und Nebelgeist – möge er währen, solange die Bäume ihre Kronen in den Himmel heben.
Am Ostersonntag, dem 5. April 2026, laden wir Euch herzlich zu einem Osterspaziergang mit Ostereiersuche in den Gustav-Freytag-Park (Weimarer Str. 145) ein. Der Park und der Pavillon sind von 14 bis 17 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Nachdem der Gustav-Freytag-Park viele Jahre im Dornröschenschlaf lag, freuen wir uns besonders, ihn nach zahlreichen Arbeitsstunden in diesem Rahmen wieder für die Öffentlichkeit öffnen zu können.
Es gibt Sitzmöglichkeiten sowie Kaffee und Kuchen. Für unsere jüngsten Gäste findet außerdem eine Ostereiersuche im Park statt.
Wir freuen uns auf Euch!
Eure Nebelgeister
Da sitzt sie nun zum 55. Jahr,
die Krone der Siebleber Narrenschar!
Auf dem Brunnen soll sie thronen
und bis Aschermittwoch sorgen für laute Ovationen!
Foto: Pascal Demuth
Welch ein herrlicher Neujahrslauf ward uns beschieden!
So viele Ladungen, so viele herzliche Empfänge und so manch kurzweiliges Gespräch!
Vier volle Stunden waren wir unterwegs in unserem lieben Siebleben – bei Sturm und Schneetreiben, bei Feuer und Wind. Einen würdigeren und schöneren Abschluss der Saison hätten wir uns wahrlich nicht zu erdenken vermocht.
Unser aufrichtiger Dank gilt allen, die uns geladen haben, und ebenso all jenen Unterstützern, Helfern und Förderern der vergangenen Saison. Nur durch Euch konnte sie eine so erfolgreiche und freudige werden.
Das neue Jahr haben wir bereits in groben Zügen entworfen, und nun gilt es, diese Pläne weiter auszuarbeiten – doch wollen wir zuvor ein wenig verschnaufen.
Indes ist manches schon nicht mehr fern, und gar bald werden wir Euch davon Kunde geben.
Hoi Joi Joi!
Auf ein gutes Jahr 2026!
Eure
Nebelgeister